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Mittherbstfest vom 13.9.2019 (中秋节)

Am Freitag fand in China das Mittherbstfest statt: Auf Chinesisch 中秋节 (das Zeichen 中 kennt Ihr ja jetzt bereits, es heisst „zhong“ und bedeutet Mitte). Dieser Feiertag; resp. es sind drei Tage, ist nach dem spring festival (das im Westen meistens „Chinese New Year“ genannt wird) der zweitwichtigste Feiertag in China. Typischerweise isst man an diesem Tag (und vorher und nachher…) sogenannte moon cakes: Das sind kleine, runde Dinger mit einer Füllung, wovon es unzählig verschiedene gibt. Jedes Dorf, ja manchmal sogar jede Familie haben ihre eigenen Spezialitäten. In der Schule haben wir in der Culture Class sogar selber moon cakes gemacht!

Das 中秋节 findet immer am 15. Tag des achten Monats des chinesischen Mondkalenders statt. Dieses Jahr eben am 13. September. Und es ist dann immer Vollmond, daher die moon cakes. Der Mond hat in der chinesischen Kultur eine sehr grosse Bedeutung. Er kommt darum auch in unzähligen Gedichten von berühmten Poeten vor.

In Yangshuo waren an diesem Tag fast alle Geschäfte geschlossen (ein äusserst ungewohnter Anblick!), nur die Lehrkräfte von Omeida (meiner Schule) mussten arbeiten… Wie bei jedem Feiertag in Asien gehört natürlich zur Tradition, dass man sich mit der Familie trifft und zusammen isst.

Die Herkunft der moon cakes basiert auf einer Geschichte, die in Kurzform so geht: Die Menschen leiden unter zehn starken Sonnen (weil alles verdorrt und man darum Hunger leidet) und Hou Yi schiesst neun davon vom Himmel und befiehlt der zehnten, ab sofort täglich pünktlich auf- und unter zu gehen. Hou Yi heiratet dann Chang’e und Hou Yi erhält von der Himmelsgöttin einen Zaubertrank, den er gut aufbewahren soll (denn er macht unsterblich). Ein Verräter will bei Abwesenheit von Hou Yi diesen Zaubertrank klauen, Chang’e verhindert dies aber, in dem sie ihn trinkt. Und das kostet sie ihr Leben und sie schwebt in den Himmel. Hou Yi ist zu Tode betrübt, denn er liebte Chang’e sehr. Die Himmelsgöttin erlaubt Chang’e, fortan auf dem Mond zu leben, damit Hou Yi sie wenigstens aus der Ferne anschauen kann. Zum Trost gegen seine Trauer backen ihm seine Nachbarn kleine Küchlein, die wie der Vollmond aussehen. Und so entstand also die Tradition der moon cakes…

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Heute ist Teachers‘ Day (教师节, 10.9.2019)

Heute wird in China der Teachers‘ Day gefeiert, an dem allen Lehrerinnen und Lehrern für ihre unermüdliche Lehrtätigkeit gedankt wird. Heute hat der Lehrberuf wieder ein gutes Image, nachdem in der schlimmen Zeit der Kulturrevolution (wobei man das Wort „Kultur“ in diesem Zusammenhang eigentlich gar nicht in den Mund resp. in die Feder nehmen will) alle Lehrpersonen in die Wüste – resp. ins weite (Bauern-)Land hinaus – verschickt wurden. In Taiwan wird der Teachers‘ Day übrigens am 28. September gefeiert.

Und ich merke, wie jung meine Lehrerin Mao ist (27): Wenn sie von dieser Zeit spricht, dann sagt sie immer „in the last century“, und das tönt für meine Ohren wie ungefähr Mittelalter oder so… dabei hat sich rechnerisch natürlich absolut Recht (sie ist ja schliesslich Lehrerin).

Und so hat Lehrerin Mao von mir heute ein Schweizer Mitbringsel bekommen und vermutlich sind das die ersten Basler Leckerli „ever“ in Yangshuo…

DANKE allen Lehrerinnen und Lehrern unter meinen Blog-Lesern für Eure Arbeit! Ihr seid wichtig!

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Wie lernt man die chinesischen Zeichen?

Die chinesischen Zeichen zu lernen ist nicht nur für uns Ausländer schwierig. Auch chinesische Kinder müssen einen grossen Aufwand betreiben, um die Zeichen zu lernen. Äusserst hilfreich ist (für uns) das Pinyin: Das ist die offizielle Romanisierung der chinesischen Zeichen. Das sind dann so aus:

中国 = zhōng guó (das bedeutet China: zhong = Mitte / guo = Land, Staat, Nation).

Diese Striche über den „o“ zeigen auch die Betonung an (es gibt hier vier unterschiedliche Betonungen). In China wurde in den 1950er-Jahren zudem das „vereinfachte Chinesisch“ eingeführt, um das grosse Analphabetentum dieser Zeit zu bekämpfen. Die Zeichen sind auch für unser Auge etwas einfacher (mit Betonung auf „etwas“) und bestehen aus weniger Strichen pro Zeichen. In Taiwan und Hongkong wird dagegen weiterhin das traditionelle Chinesisch geschrieben.

In China lernen auch die Schulkinder Pinyin. Das heisst, sie müssen gleichzeitig die romanisierten Buchstaben und die chinesischen Zeichen kennen lernen. Hut ab vor dieser Leistung!

Die 12 chinesischen Sternzeichen

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Preise

Und hier mal wieder ein paar Preisvergleiche (10 Yuan = ca. 1.40 Franken):

Ein Teller Nudeln zum Zmittag, gemischt mit Fleisch und Gemüse + 1 Eistee: 18 Yuan

1 riesige Mango: 13 Yuan (das war in einem Touristen-Laden…)

1 Glacé: 3.5 Yuan (es war wirklich lecker!)

2 Büchsen Bier + 1.5 Liter Wasser: 9 Yuan

500g Cherrytomaten + 500g Trauben + 2 frische Feigen + 1 Chinakohl: 15 Yuan (auf dem lokalen Markt)

1 Thank you-Karte: 7 Yuan

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Zeitzone China

China hat eine riesige Ausdehnung und ist gemäss Wikipedia nach Landfläche der drittgrösste Staat der Welt. Von Ost nach West sind es rund 5’200 km (Schweiz von Ost nach West: 384 km). China hat mit 22’133 km die längste Landgrenze aller Staaten (man muss sich nur mal den Stoffbedarf für all die Grenzwächter-Uniformen vorstellen…). Fläche China = 9’597’000 km2, Fläche Schweiz = 41’285 km2. Die Schweiz hätte also rund 227 Mal in China Platz. Diese Ausdehnung sollte man sich immer mal wieder in Erinnerung rufen, wenn wir aus Schweizer Sicht gutgemeinte Ratschläge an China erteilen.

Und trotzdem gibt es in China seit 1949 (= Gründung Volksrepublik China) nur eine Zeitzone. Das sind UTC +8 (aktuell +6 gegenüber der Schweiz).

Von 1912 – 49 waren es fünf Zeitzonen. Und noch vorher weiss ich es nicht :-).

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Internetzugriff

Ein grosses Thema in China ist ja immer der Internetzugriff. Der ist zwar für Chinesen eingeschränkt, aber für Ausländer gibt es dank VPN diese Einschränkung nicht. Das heisst, man muss – ganz wichtig – noch zuhause ein sogenanntes VPN-Abo lösen (kostet nur ca. CHF 12/Monat) und eine App downloaden auf den Geräten, mit denen man in China ins Internet gehen möchte. Ich habe unterdessen auch eine chinesische Telefonnummer (und Sim-Karte), mit der ich auch ins Internet komme. Und Wi-Fi gibt es sowieso überall. Das heisst folgendes:

a) WeChat und in China zugelassene Internetseiten nutzen: VPN ausschalten und chinesische Sim-Karte nutzen (mein unlimitiertes Datenabo kostet 98 Yuan pro Monat = ca. CHF 14)

b) Alle Internetseiten nutzen: VPN einschalten (dafür geht dann gleichzeitig WeChat nicht… resp. nur extrem langsam).

Bisher hatte ich keine Probleme mit dem Internet. Manchmal dauert es je nach Gerät und Zeit und Mondphase und Kontrolltätigkeit der Behörden (davon gehe ich aus) eine Weile, bis ein freier VPN-Server angewählt werden kann. Aber das ist nicht weiter schlimm. Auf dieser Webseite könnt Ihr übrigens mal ausprobieren und schauen, welche Webseiten in China gesperrt sind (probiert zum Beispiel mal www.nzz.ch):

Blocked in China

Mein Vertrag mit China Mobile. Die „guten Nummern“ kosten 200 Yuan, die anderen 100 Yuan (gut = viele 8 und möglichst keine 4).

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Währung und Preise

In China bezahlt man mit Yuan, Jiao und Fen:

10 Fen (unsere Rappen) = 1 Jiao, 10 Jiao = 1 Yuan (unser Franken). 1 Jiao entspricht also unserem Zehnerli, aber es steht – für uns Nicht-Chinesen etwas verwirrlich – natürlich nur die Zahl 1 drauf. Oder – entsprechend – bei einem Füfzgerli „5 Jiao“ (5 = Wu).

Das mit den Jiao habe ich heute gelernt, denn ich wollte mein Essen (5 Yuan) bezahlen und gab dem Verkäufer einen 5er-Schein. Der ihn empört zurückwies… und so realisierte ich, dass es auch 5-Jiao-Noten gibt. Das sind 50 „Rappen“ (5 x 10 Fen).

Und ich weiss jetzt auch, warum mein Lieblingscafé immer leer ist: Vermutlich ist es den meisten viel zu teuer. Hier ein paar Vergleiche von Ausgaben der letzten paar Tage:

1 heisser Cappuccino: 20 Yuan

1 frisch zubereitetes, einfaches Eier-Teigwaren-Gemüse-Mittagessen: 5 Yuan (7 Yuan mit Fleischstückchen)

1 Stunde Fussmassage (die wie überall in Asien auch eine Nacken- und Kopfmassage beinhaltet): 80 Yuan

1 Huawei-M3-Tablet: 2’099 Yuan

Das Huawei-Tablet habe ich natürlich nicht gekauft, sondern mich nur für den Preis interessiert. Fakt: In der Schweiz kostet es praktisch gleich viel! Aber das Durchschnittseinkommen pro Jahr beträgt in der Schweiz ca. 70’770 EUR, in China ca. 8’020 (gemäss www.laenderdaten.info). Man rechne.

Oben sind Yuan, in der Mitte Jiao und unten ein 1-Fen-Stück als Beispiel (es gibt noch andere Stückelungen).