Wissenswertes

Chinesische Namen

Im chinesischen und im japanischen Kulturraum wird der Familienname immer zuerst genannt, und erst dann der Vorname. Dies folgt dem Prinzip „zuerst das Grosse, dann das Kleine“. Im Westen, wo das Individuum an erster Stelle steht, und erst dann die Gruppe kommt, ist das naturgemäss umgekehrt. Und meistens (aber nicht ganz immer) besteht ein Name aus drei Zeichen: Das erste Zeichen ist der Familienname, und das zweite und das dritte Zeichen zusammen sind der Vorname. Und für die Klugsch… unter uns (ich bin auch einer): Somit ist es also falsch, vom chinesischen Staatspräsidenten als „Jin Ping“ zu sprechen/schreiben, wenn man seinen Nachnamen meint.

Gut erkennen kann man dieses Prinzip übrigens auch bei der chinesischen Art, eine Adresse zu schreiben: Zuoberst kommt das Land, dann die Provinz, dann der Ort, dann die Strasse, und zuletzt der Name des Empfängers. Eigentlich ist das ja viel schlauer, denn wenn man den Brief aufgibt, interessiert die Post diese Informationen ja genau in dieser Reihenfolge.

Beim japanischen Präsidenten wurde diese Anpassung an die westliche Welt schon früh gemacht, weshalb er bei uns „korrekt“ (resp. nach unserem Modell) Shinzo Abe heisst (Abe = sein Nachname). In der NZZ vom 25.5.2019 hat Patrick Zoll zu diesem Thema einen interessanten Artikel publiziert:

Artikel NZZ 25052019

 

Previous Post Next Post

No Comments

Leave a Reply